Digitale Trends Reise

Kaum eine Branche ist so hart umkämpft wie der Tourismus. Dabei sind Buchungsplattformen wie Booking.com,alternative Schlafplatz-Anbieter wie AirBnB und Städtereisen ab 19€ erst der Anfang. Disruption ist hier Alltag und wer in diesem Haifischbecken bestehen möchte, muss Trends frühzeitig erkennen und diese für sich nutzen. In diesem Blog-Beitrag möchte ich die wichtigsten Digitaltrends der Reisebranchen für Euch zusammenfassen:

1. Personalisierung – die unangefochtene Nummer 1

Fast 90% der Reisenden weltweit sagen, dass ihr Reiseerlebnis verbesserungswürdig ist. Ein personalisierter Ansatz wird heute eher als Erwartung, denn als etwas Außergewöhnliches angesehen. Urlauber schätzen ein auf Sie zugeschnittenes Reiseerlebnis, egal ob es sich um einen Urlaub oder eine Geschäftsreise handelt. Personalisierung ist somit zur obersten Priorität in der Reise- und Tourismusbranche geworden.

Tatsächlich gibt es kaum einen Bereich, der nicht personalisiert werden kann. Das fängt bei speziellen Angeboten, angepasst an die Präferenzen des Kunden an, hört beim Late-Check-Out ohne Aufpreis auf und beinhaltet alles in-between. Das Ziel ist, inhärenten Mehrwert zu bieten, für jeden Einzelnen. Schließlich nutzt jemanden ein kostenloser Late-Check-Out nichts, wenn er lieber frühmorgens den Fitnessbereich nutzen möchte.

Besser zuhören, sich genauer erinnern, mehr wissen. Langfristig ist der Auftrag der Technologie nicht die Schaffung von Effizienz, sondern Nähe.

Und genau da beginnt es kompliziert zu werden, denn es besteht die Herausforderung, die notwendigen Daten zu erfassen und nicht gegen die Grundsätze der Privatsphäre zu verstoßen. Aus diesem Grund erfordert die Personalisierung Raffinesse, Begeisterung und technologische Lösungen. Die Technologie in den Zimmern (mehr dazu später) kann beispielsweise auch so eingerichtet werden, dass sie die Gäste namentlich begrüßt und automatisch generierte Reisevorschläge bereitstellt, die auf den Interessen der Benutzer und den bei der Buchung gewählten Präferenzen basieren.

Big Data ist wiedermal der Schlüssel zum Erfolg. Große Datenmengen und maschinelles Lernen bieten Hotels die Möglichkeit, den Gästen ein persönlicheres Erlebnis zu bieten, und dieser Trend wird in den kommenden Jahren so richtig Fahrt aufnehmen. Hier ein Beispiel, wie Business-Trips künftig personalisiert werden können:

2. Mobile als Trend ist vorbei – es ist der neue Standard

Im Jahr 2018 übersteigt der Umsatz im Segment der Online-Buchung im Reiseverkehr 755 Milliarden Dollar. Bereits heute werden über 57% aller Reservierungen im Bereich Reisen mobil vorgenommen, sei es bei Übernachtungen, Flügen, Touren oder anderen reisebezogenen Aktivitäten.

Google zufolge haben zwei Drittel der Reisenden aus der Millennial-Gruppe (= Personen unter 35) keine Bedenken dabei, eine Reise vollständig über ihr Mobilgerät zu buchen. Nur ein Drittel der Reisenden über 35 behauptet das Gleiche über sich.

Mobile Trend Tourismus

Im Zeitalter der Smartphones ist die mobile Integration also wichtiger denn je. Das Erfreuliche daran: es ist einer der digitalen Trends, der sich am einfachsten in der Tourismusbranche umsetzen lässt, schließlich sind mobile Anwendungen gerade hier nichts Neues.

Ausschlaggebend wird sein, wie professionell und vor allem wie weitreichend man die mobile User Experience gestaltet. Mobile Anwendungen können nämlich nicht nur den Buchungs- und Reservierungsprozess erleichtern, sondern in Kombination mit dem Internet der Dinge beispielsweise Raumgeräte von ihrem Telefon aus steuern. Komfort 4.0.

Ebenso können mobile Apps verwendet werden um als Room-Key zu dienen oder Reservierungen im Restaurant, Zimmerserviceanfragen und Spa-Termine zu erleichtern.

In Kombination mit sogenannten Beacons sind mobile Apps zusätzlich in der Lage, Touristen standortspezifisch Angebote zu versenden. Der Berliner Zoo setzt beispielsweise Beacons ein, um den Besuchern passende Informationen (z.B. Infos zu den Tieren, Fütterungszeiten etc.) zu senden, je nachdem bei welchem Tiergehege man sich gerade befindet. Wie ganze Tourismusregionen Beacons nutzen können zeigt folgendes Beispiel:

3. Augmented- und Virtual Reality – Reisen in einer anderen Welt

Virtual Reality (VR) hat in den letzten Jahren den Markt der Unterhaltung erobert, aber innovative Player in der Reisebranche haben die Technologie bereits als einen der vielversprechendsten Tech-Travel-Trends erkannt. VR ermöglicht dem Reisenden, digital in die virtuelle Umgebung des Ortes zu gelangen, den er gerade besuchen möchte, sei es ein Hotel oder eine Attraktion.

Mehrere Hotelketten experimentieren bereits mit dieser Technologie, indem sie ihren Kunden ermöglichen, während des Buchungsprozesses ihr Hotelzimmer zu erleben, bevor sie jemals physisch vor Ort waren. Waren es früher professionelle Fotos von der Unterkunft, die über eine Buchung entschieden haben, werden es künftig virtuelle Rundgänge sein.

Die Generation der Digital Natives steht aufkommenden Technologien offen gegenüber. Die Tourismusbranche sollte es ihnen gleichtun.

Augmented Reality (AR) ist der kleinere Bruder von VR. AR wird in der Regel über eine Smartphone-App eingesetzt und dient dazu, reale Umgebungen durch Overlays zu verbessern. So kann sich ein Reisender in Echtzeit über den Standort, ein Restaurant oder ein Wahrzeichen informieren.

In Kombination mit den zuvor genannten Beacon Technologie ein äußerst starkes Marketingtool. Schließlich kaufen Menschen – gerade in der Reisebranche – Emotionen. Sowohl VR als auch AR sind besonders geeignet, diese Emotionen in einer noch nie da gewesenen Form zu erzeugen.

Hier ein Beispiel wie die Skiregion Amadé Augmented Reality für seine Besucher nutzt:

Sprachassistenten, Chatbots und Roboter als Reisebegleiter der Zukunft

Die menschliche Stimme ist das beste und effektivste Kommunikationsmittel und die Menschen wollen heutzutage mehr Komfort, gerade wenn es um ihren Urlaub geht. Das ist der Hauptgrund, warum immer mehr Hoteliers sprachaktivierte Geräte einführen.

Mit Sprachbefehlen können die Hotelzimmereinstellungen an die individuellen Bedürfnisse des Gastes angepasst, die Informationsbereitstellung auf dem neuesten Stand gehalten und der Kundenservice unterstützt werden. Der digitale Concierge im Zimmer sozusagen.

Intelligente Geräte sind heute jedermanns unverzichtbare Reisebegleiter. Immer mehr Urlauber erwarten, dass sich per Smartphone sämtliche Bedürfnisse erfüllen lassen.

Daneben ist die Sprachtechnologie ein integraler Bestandteil anderer Technologien wie beispielsweise Chatbots. Diese Technologie kann von Tourismusbetrieben genutzt werden, um schnelle Reaktionszeiten bei grundlegenden Fragen zu bieten. Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Wegbeschreibungen und ähnliche Standardanfragen können so 24/7 und innerhalb weniger Sekunden beantwortet werden.

Das vielleicht bemerkenswerteste Beispiel dafür war bisher ein gemeinsames Projekt von Hilton und IBM, das zu „Connie“ führte – einem KI-gesteuerten Kundendienstroboter, der in der Lage ist, auf menschliche Sprache zu reagieren, aus Interaktionen zu lernen und Touristeninformationen bereitzustellen.

Ohne Zweifel haben Roboter gewisse Vorteile gegenüber menschlichen Mitarbeitern, wie mehr Konsistenz, Genauigkeit und die Fähigkeit, rund um die Uhr ohne Urlaub, Pausen und Gehalt zu arbeiten. Ob es jedoch wirklich im Interesse der Urlauber ist, künftig nur noch mit Robotern und Chatbots zu sprechen sei jedoch dahingestellt.

5. Smart Rooms – intelligente Objekte, die interagieren können

Ein weiterer digitaler Trend in der Reisebranche ist „The Internet of Things“ (IoT). Das Internet der Dinge ermöglicht die Kommunikation von Smart Devices im Alltag und bietet umfangreiche Möglichkeiten sowie vielfältige Vorteile für reisebezogene Aktivitäten.

Die Variationen dieser Technologieanwendung sind vielfältig. Auf Flughäfen können spezielle Sensoren an Gepäckstücken installiert werden, damit der Reisende den Standort des Gepäcks verfolgen kann. Große Airlines wie Lufthansa und Delta haben bereits eine solche App für ihre Fluggäste gestartet.

In einem Hotel kann es sich um ein Gerät handeln, das an die Licht-, Heizungs- und Klimaanlagen angeschlossen und in der Lage ist, alles nach den Wünschen des Besuchers zu steuern. IoT ist auch in der Lage, den Check-in-Prozess zu erleichtern, indem sie elektronische Schlüssel an die Smartphones der Gäste sendet. Hier ein Beispiel eines Gästezimmer der Zukunft:

Fazit:

Wer im Tourismus langfristig bestehen möchte, muss innovativ sein, die persönlichen Bedürfnisse seiner Besucher kennen und darauf individuell zugeschnittene Angebote anbieten. Dafür ist die zielgerichtete Gewinnung und Analyse von Daten und ein entsprechendes systemisches Fundament essentiell, um die gewonnen Daten auch sinnvoll nutzen zu können. Das Gästebuch an der Rezeption hat an dieser Stelle leider ausgedient.

Bestehen bleibt der Wunsch der Konsumenten nach Komfort, Abenteuer und Erlebnis. Heute spielt die Musik jedoch auf mobilen Endgeräten in Kombination mit Smart Devices und künstlicher Intelligenz. Die technologischen Veränderungen bieten ungeahnte Möglichkeiten die individuellen Bedürfnisse von Urlaubern in einer noch nie da gewesenen Vielfalt zu befriedigen. Gewinnen werden jene, die es verstehen, diese Möglichkeiten für sich zu nutzen, um Ihren Kunden ein unvergessliches Reiseerlebnis zu bieten.

Du möchtest Trends setzen, anstatt ihnen nachzulaufen?

Webtaste hilft Dir gerne.

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